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Heinz Cibulka

Als Künstler ...

 

Statement zu meinen Arbeiten, ca. 1998



Als Künstler ...

habe ich bestimmte Möglichkeiten, die von mir erlebbare Welt einzuschätzen und mich dazu auszudrücken. Als Künstler stehe ich automatisch in einem gebundenen Feld des Bezuges, nämlich jenes zur Kunstgeschichte, zur Kulturgeschichte, bzw zur Geschichte im allgemeinen.

Künstler haben immer wieder Distanz zu erdgebundenem Leben gesucht, hatten immer wieder getrachtet, sich mit Ihrer Kunst zu verselbständigen. Diese Versuche, besonders jene, die viel Reibung in der Erscheinungsperiode erzeugt hatten, haben später, gewollt oder nicht gewollt, umso mehr die Grundregeln irdischen Lebens bestätigt.

Auch die Kunst der sogenannten Wiener Aktionisten (Hermann Nitsch, Günter Brus, Otto Mühl, Rudolf Schwarzkogler), welche mit Ihren Ideen manifestierend auf diese Grundregeln zu pochen scheinen, hatte in der lange andauernden Phase der gesellschaftlichen Integration gegenteilige Empfindungen hervorgerufen. Ihre Hinweise auf unmittelbare Registration von elementaren Gegebenheiten, bei radikalem Verzicht auf eingeübten Umgang mit denselben, haben lange Zeit Verweise ins Kriminelle hervorgerufen.

Nur der gesellschaftlich errungene und somit erlaubte Gebrauch von Dingen, Symbolen und Konstellationen wird als „natürlich“ hingenommen.

Jene unerwarteten Ansichten und Anwendungen gegebener Elemente des Alltags lösten häufiger Abwehr bzw. Existenzangst aus, als Stimulation zu unmittelbarer, intensiver Registration naheliegender Lebensumstände, als Folge philosophischer Einsicht.

Mit jenen philosophischen Forderungen aber, die Nitsch, Brus, Mühl und Schwarzkogler mit Ihren künstlerischen Arbeiten stellten, hatten Sie Sich selber Ihre Latten gelegt, um als Künstler existieren zu können.

Diesen Zwang als Konsequenz künstlerischen Daseins habe ich auch für mich erkannt und auf meine Art angenommen.


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